Konflikt und Konsens

 

Die Gründungen der Dominikanerklöster in der Teutonia

 

 

 

Aus einer lokalen Predigergemeinschaft in Toulouse entwickelte sich der 1216 päpstlich approbierte Bettelorden der Dominikaner, der sich rasch ausbreitete und im 13. Jahrhundert im deutschen Sprachraum zum Aufbau der Ordensprovinz Teutonia führte. Durch ihre Entstehung in einem wirtschaftlich-politischen Umbruch und durch ihre Reaktion auf eine gesellschaftlich-religiöse Krise wurden die Dominikaner zu einer führenden geistigen Institution des späten Mittelalters, die insbesondere für die Entwicklung des städtischen Bürgertums von großer Bedeutung war. Dabei weist die Teutonia neben einer Vielzahl von gelungenen Konventsgründungen auch einige spektakuläre Misserfolge auf, die sowohl das Selbstverständnis des Ordens als auch die Eintracht der Bürger bedrohten. Die Konflikte bedeuteten für beide Parteien eine große Herausforderung, denn es ging darum, den städtischen Frieden wieder herzustellen und zu bewahren.

 

 

"Die Leitbegriffe dabei sind 'Konflikt und Konsens' - es geht darum, herauszuarbeiten, in welchem Maße die Dominikaner durch konsensuale Prozesse Förderung durch Bischöfe und Bürgergemeinden erhielten. Daneben ist die Frage von Bedeutung, inwiefern sie bei einem Konflikt mit städtischen Parteien Schwierigkeiten bei der Gründung bekamen oder ganz von ihr absehen mussten.

 

Um diese berechtigten Fragen abarbeiten zu können, entfaltet die Autorin ein weites Panorama. Nach sehr kurzgehaltenen einleitenden Bemerkungen skizziert sie zunächst die Ausgangssituation im Europa des späten Mittelalters, mit einem besonderen Augenmerk auf Aspekten der Urbanisierung. ...

 

 Umfassend beschäftigt sich die Autorin im viertel Kapitel mit den einzelnen Konventen in der Provinz Teutonia und zeichnet akribisch die stadtgeschichtlichen Voraussetzungen und Ereignisse nach, die zur Gründung der Dominikanerniederlassungen führten. Der Hauptteil der Untersuchung wendet sich dann im fünften Kapitel einzelnen Fallbeispielen zu und richtet dabei den Blick auf Fehlschläge und Konflikte."

 

 

Johannes Schütz,

Forschungsstelle für Vergleichende Ordensgeschichte, Technische Universität Dresden

 

zitiert aus: sehepunkte 15 (2015), Nr. 4 [15.04.2015],

URL: http://www.sehepunkte.de/2015/04/26055.html (abgerufen am 3.10.2016)

 

 

 

 

 

zurück